Ein freier Atem schenkt das Gefühl der Weite und Lebendigkeit. 

Tiefes Atmen kann die physiologischen Reaktionen auf Emotionen und Ängste positiv verändern, da das tiefe Atmen sich auf die Gehirnfunktionen auswirkt und viel frischen Sauerstoff in alle Zellen bringt. Durch Atemübungen wird das Denken klarer, Situationen können neutraler beurteilt werden und emotionale Ungleichgewichte können stabilisiert werden. Die Atmung ist die Brücke zwischen Bewusstsein und Unbewusstem. 

 

Asanas in Koordination mit der Atmung


Bewegungen - die Brust- und Bauchraum öffnen, sind mit der Einatmung verbunden.

Bewegungen - die Brust- und Bauchraum schließen, sind mit der Ausatmung verbunden.

Wird der Atem mit der Bewegung synchronisiert bzw. öffnende und schließende Bewegungen mit der richtigen Ein- und Ausatmung, hat das eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem, vergrößert das Atemvolumen und befreit von Anspannungen und Stress.

 

Richtig kombiniert unterstützt die Atmung die Bewegung und erhöht die Wirkung. Falsch kombiniert arbeitet die Atmung und die Bewegung gegeneinander, dies hemmt die Bewegung.

 

Die einzelnen Yoga Asana werden leichter, je besser es dir gelingt eine Verbindung zu deinem Atem herzustellen.

 

Durch das praktizieren der Asanas, wird die richtige Sitzhaltung erlernt, was das mühelose aufrichten der Wirbelsäule ermöglicht. Asanas trainieren auch die Beweglichkeit des Brustkorbs in alle Richtungen und die dazugehörigen Zwischenrippenmuskeln, die für eine Tiefenatmung wichtig sind. Ohne Beweglichkeit im Brustkorb ist eine tiefe Atmung nicht möglich. 

Dein Atem ist Ausdruck deiner Individualität, deiner persönlichen Geschichte und spiegelt deinen gegenwärtigen Zustand. 

 

Was du denkst, fühlst, was dich bewegt oder wie du dich bewegt, alles drückt sich in jedem Atemzug aus.

 

Physische und psychische Belastungen, Alltagsstress, schlechte Körperhaltung, Verspannungen etc. führen zu Störungen und Blockaden des natürlichen Atemflusses bzw. nicht mehr richtig durchatmen zu können.

 

Atemblockaden
- ein unterbrochener Atemfluss
- vermehrte Brustkorbatmung ohne Bauchatmung
- eine gepresste Atmung
- angestrengte Atemmuster
- flache Atmung
- das Gefühl, keine Luft zu bekommen 
- Reizhusten
- der Atem wird immer wieder angehalten ohne es zu bemerken (Stress-Reaktion)

 

Tiefe Atmung kann heilsame Prozesse auslösen.

 

 

Atempraktiken können von einfachen bis zu sehr komplexen Methoden reichen.

Prana
Lenkung der Lebensenergien Prana. Aus dem Sanskrit und bedeutet - Lebensatem - Lebenskraft - Lebensenergie. Prana ist das wichtigste Element im Yoga. Um Prana zu lenken oder zu vermehren verwenden wir im Yoga die Methode von Pranayama - Atemübungen. Pranayamas helfen Energien (Prana) zu sammeln, zu verteilen und zu speichern. Die verschiedenen Pranayama Methoden unterstützen den bewussten Kontakt zum eigenen Prana herzustellen und dienen als Weg, um physische, mentale und psychische Kraft zu entwickeln, sowie die Ein- und Ausatmung zu verlängern.

 

Wie atmet man richtig?
Vor allem bewusst und ganzheitlich. Atmen ist nicht anstrengend, wenn man es richtig macht.

 

Die Yoga Vollatmung 

Unterer Atemraum
Die Bauchatmung bildet die Basis der Atmung und ermöglicht die volle Ausnutzung der Lungenkapazität. Eine langsame, tiefe Bauchatmung fördert Entspannung.

 

Mittlerer Atemraum
Beim Einatmen heben sich die Rippen, der Brustkorb weitet sich. Beim Ausatmen kehren die Rippen wieder in die ursprüngliche Stellung zurück. Die Atemluft strömt in den mittleren Teil der Lungen. Die Ein- und Ausatemmuskulatur wird unterstützt durch die jeweilige Atemhilfsmuskulatur, die aktiv eingesetzt werden kann.

 

Oberer Atemraum
Beim Einatmen hebt sich der obere Teil des Brustkorbs mit den Schlüsselbeinen und die Luft strömt bis in die Lungenspitzen.

 

Eine yogische Atmung spricht alle Atemräume an. Ein voller, tiefer Atemzug steigt wie eine Wellenbewegung von unten nach oben und von oben nach unten, um die volle Lungenkapazität zu nützen. Trainiere dich, dein Atemvolumen möglichst voll auszuschöpfen und zu vergrößern. Je größer dein Lungenvolumen ist, desto mehr Sauerstoff und Lebensenergie kannst du aufnehmen und desto langsamer brauchst du zu atmen. Integriere immer Bauch, Flanken, Rippen, Brust und Schlüsselbeine. Dehne dich in alle Richtungen aus.

 

 

Jeder kann Atemübungen praktizieren, du musst kein Yogi sein
Es gibt viele verschiedene Wege und Techniken sich mit Atemübungen vertraut zu machen. Die klassische Yoga Tradition, Übungen aus dem Taoismus, buddhistische Atemübungen, meditative Atemübungen etc.

 

Atemübung - Atemverlängerung in den Alltag integrieren
Atme durch die Nase 4 Takte ein und atme 4 Takte aus. Wenn dir das gut gelingt erhöhe auf 5, 6, etc. Du kannst diese Übung auch an einem stressigen Arbeitstag beim Gehen integrieren. Ideal ist ein Spaziergang in der Natur. Vier Schritte einatmen, vier Schritte ausatmen, etc. Du kannst diese Übung jederzeit durchführen, um deinen Kopf leer zu machen, Stress abzubauen und Emotionen loszulassen oder Heilungsprozesse zu unterstützen. Erweitere die Übung indem du doppelt so lange ausatmest wie einatmest. 

 

Atemübung - dich synchronisieren - ausgleichen
Atme langsam durch das linke Nasenloch ein und halte dabei das rechte Nasenloch mit deinem Daumen der rechten Hand zu. Dann atme langsam und vollständig durch das rechte Nasenloch aus und langsam wieder ein und halte dabei das linke Nasenloch mit deinem Ringfinger der rechten Hand zu. Dann atme langsam und vollständig durch das linke Nasenloch aus und langsam wieder ein und halte dabei das rechte Nasenloch mit deinem Daumen zu und so weiter. Nach einigen Atemzügen, 5-6 Runden sind deine Rechte und Linke Körperseiten im Einklang miteinander.

 

Es gibt unzählige Atemübungen mit unterschiedlichen Wirkungen
Nadi Sodhana - Ujjayi Atmung - Anuloma Viloma - Kapalabhati
Übungen zur Lungenreinigung - Brust-Bauchatmung - Auflade-Atmung
Entspannungs-Atmung - verbundenes Atmen - Atem beobachten
Stille Atemübungen und Atemübungen in Bewegung - Wirbelsäulenatmung etc.

Übungen aus der klassischen Yoga Tradition - Übungen aus dem Taoismus buddhistische Atemübungen - meditative Atemübungen etc.

 

Auswirkungen von Pranayama auf der körperlichen Ebene
- die Sauerstoffleistung im Atemapparat wird erhöht
- mehr Energie in den Zellen, Geweben, Organen (mehr Spannkraft-Verjüngungseffekt)
- verbessern die Funktion der inneren Organe z.B. bessere Verdauung
- besserer Abtransport von Toxinen und Schadstoffen im Körper
- das fließende Blut rein bleibt
- Stärkung des Nervensystems - Anregung der Schweißdrüsen (und der winzigen Hilfsnieren)
- stärkt das Gedächtnis
- neutralisiert Milchsäure (Ermüdungserscheinungen) schnelle Erholung
- fördert Widerstandsfähigkeit gegen Krankheit

Wirkungen von Pranayama auf der psychischen Ebene
- Lösung von Energieblockaden
- Stressreduzierung
- tiefere Entspannung und Erholungsphasen
- mehr Energie und Lebensfreude
- Unterstützung in seelischen Heilungsprozessen

Wirkungen von Pranayama auf der geistigen Ebene
- Erweiterung der Wahrnehmung und des Bewusstseins
- Erweckung und Reinigung der Chakren (Energiezentren)
- Reinigung die Nadis
- Stärkung der Aura