Prana das Fundament allen Lebens

Prana ist das Fundament allen Lebens und durchdringt das ganze Universum. Prana ist in allen Formen der Materie z.B. Sonne, Wind, Wolken etc., in allen Energien z.B. Wärme, Licht, Magnetismus und Elektrizität enthalten. Alles schwingt nichts steht still. Jeder Gedanke und jedes Gefühl hat eine Schwingung. Selbst in scheinbar fester Materie schwingt jedes Molekül und Atom. Die moderne Wissenschaft hat erkannt, dass Alles was ist Energie ist, Energie in unterschiedlicher Schwingungsgrade. Energie schwingt in Wellen und wird als Schwingungsfrequenz gemessen.

Energie kommt auch aus dem griechischem und heißt - wirkende Kraft - 

Wir alle haben eine Energie, sonst könnten wir nicht leben. Jede Zelle besitzt Energie. Alle Knochen, Muskeln, Organe besitzen Energien mit einer unterschiedlichen Schwingungsdichte. Wir brauchen Prana (Energie) für alle Körperprozesse z.B. Verdauung, Entgiftung oder Körperwärme etc. Es gibt verschiedene Qualitäten von Prana und verschiedene Muster von Energieströmen. Im Hatha Yoga wird deshalb nie nur ein Symptom behandelt, sondern die Heilung des ganzen Menschen.

 

Foto© Sylvie Paluselli


Der menschliche Körper als Einheit.

 

Energie kann sich als körperliche Kraft und Gesundheit zeigen. Jeder Mensch strahlt über seine Aura eine andere Schwingung (Prana Dichte) aus, die für andere Menschen spürbar sind, bzw. eine individuelle Ausstrahlung, die unterschiedlich empfunden werden kann.

 

 

Ein harmonisches Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele, wird für uns als eine angenehme, positive Ausstrahlung empfunden (harmonisches Prana). Wir fühlen uns wohl mit solchen Menschen. Ebenso strahlen Räume und Orte verschiedene Schwingungen (Prana Dichte) aus und sind ausschlaggebend ob wir uns wohlfühlen oder nicht. Geistige Unruhe, innere Spannung und Krankheiten strahlen ebenso über die Aura aus (unruhiges Prana). Bei einer Krankheit blockiert ein Ungleichgewicht den Pranastrom. Die Qualität des Prana eines jeden Menschen hängt von seinen Gefühlen, Wahrnehmungsfilter, Glaubensmuster, Lebenserfahrungen, Gedanken und der Nahrung die er zu sich nimmt ab.

Foto© Sylvie Paluselli

Durch das praktizieren von Yoga Asanas und Pranayama (Atemübungen) werden wir uns über unseren eigenen Pranastrom bewusster, können Ungleichgewichte positiv verändern und die Fähigkeit entwickeln Prana zu lenken, was zu physischen als auch zu psychischen Gesundheit und Harmonie führt. Wenn wir Blockaden lösen, fühlen wir uns ausgeglichen, zufrieden, die Vitalität wächst und wir strahlen Kraft aus. Das überträgt sich auch auf die Menschen in unserem Umfeld. Unsere Energie kann dann frei fließen. Wir sind gesund und mit Lebenskraft versorgt.

 

Nadi
Die Yoga Anatomie ist ein Netzwerk aus Nadis (feinstoffliche Energiekanäle), durch welche Prana fließt und viele Bereiche im Körper mit Energie versorgt. Das Wort Nadi aus dem Sanskrit - nad - bedeutet: Bewegung, Fluss, Strom. Es gibt 72.000 tausend Nadis im Körper.

 

Grobstoffliche Nadis
Sind materielle, sichtbare Kanäle für feinstoffliche Energie z.B. Nerven, Muskeln, Gefäße, Lymphsystem etc. Sowohl grobstoffliche als auch feinstoffliche Nadis können Prana transportieren.

 

Es gibt drei Haupt-Nadis.

 

IDA - Mond Qualität
mit dem linken Nasenloch und dem Parasympathikus verbunden, rechte Gehirnhälfte.


Ida bringt dich in Verbindung mit Intuition, Gefühl, Vorstellungskraft etc.
Ida wirkt sanft kühlend, regenierend und hat Yin Qualität.


Wirkt beruhigend bei Nervosität, Unruhe, Schlaflosigkeit.
Unterstützt die Meditation und Entspannung.

Ausgangspunkt - Wurzel-Chakra an der Basis der Wirbelsäule und endet im linken Nasenloch.

 

PINGALA - Sonnen Qualität 
mit dem rechten Nasenloch und dem Sympathikus verbunden, linke Gehirnhälfte.


Intellekt, Denken, Logik
Pingala hat eine wärmende, aktivierende Wirkung und Yang Qualität.
Wirkt aktivierend bei Erschöpfung, stellt Energie bereit für körperliche Bewegung. 

Ausgangspunkt - Wurzelchakra an der Basis der Wirbelsäule und endet im rechten Nasenloch.

Stellt Energie für körperliche Bewegung und Aktivität zu Verfügung.

 

Alle Menschen tragen beide Polaritäten in sich:
Sonne-Mond, männlich-weiblich, aktiv-passiv
in unterschiedlicher Ausprägung.
Es geht immer um das Gleichgewicht.

 

 

SUSHUMNA - zentraler Nadi
Verläuft über den Rückenmarkkanal entlang der Wirbelsäule (Vital- und Lebensachse)
und ist mit dem Zentralnervensystem verbunden. Sushumna ist ein Energiekanal des feinstofflichen Körpers, der für die spirituelle Entwicklung besondere Bedeutung hat. Durch Meditation, Chakra Arbeit und Pranayams wird der Energiefluss im Sushumna Nadi angeregt.

 

Das Üben von Asanas, Pranayamas, sowie bewusste Ernährung und emotionale Klärung, harmonisieren Ida und Pingala. Wirken reinigend und sorgen für mehr Durchlässigkeit der Energiekanäle. Wenn Prana ungehindert durch das Nadi-System fließen kann fühlen wir uns ausgeglichen, harmonisch, gesund und energievoll.

 

Emotionale und mentale Spannungen, schlechte Ernährung und Stress etc. bringen das feine Energiesystem in ein Ungleichgewicht. Wenn die Energie in verschiedenen Ebenen des Körpers nicht fließt - blockiert ist, fühlen wir uns unrund, unruhig, verspannt und auf der Körperebene können Schmerzen bis hin zu Krankheiten entstehen. 

 

Aus der Sicht des Yoga hat alles seinen Ursprung im Feinstofflichen.

 

Atemübung - sitzend
Nadi Shodana - Wechselatmung gleichen Ida und Pingala aus.

- Atme einige Male langsam durch die Nase ein und aus.
- Den Kopf gerade und die Wirbelsäule aufgerichtet.
- Schließe das rechte Nasenloch mit deinem rechten Daumen und atme durch das 
   linke Nasenloch ein.
- Schließe das linke Nasenloch mit deinem rechten Ringfinger und atme durch das
  rechte Nasenloch langsam aus und langsam wieder ein. 

- Atme links langsam aus und langsam wieder ein, verschließe rechts.
- Atme rechts aus und langsam wieder ein, verschließe links.


  Wiederhole diesen Zyklus mit gleichmäßig langer Ein- und Ausatmung.
  Schließe die Übung mit einer Ausatmung links ab.

 

Atemübung Sushumna  - liegend
Sushumna Atmung reinigt und aktiviert den Sushumna Kanal.

- Lege dich mit dem Rücken auf den Boden. Die Wirbelsäule gerade.
- Schließe deine Augen und lass deinen Atem bewusst fließen.

- Mit dem Einatmen stelle dir vor, wie eine weiße Lichtkugel oder ein weißer Lichtstrahl 
  durch den Sushumna-Kanal, beginnend am Steißbeinbereich entlang der Wirbelsäule
  bis zum Kopf und weiter zum Scheitel fließt.
- Mit dem Ausatmen lass die Lichtkugel oder den Lichtstrahl vom Scheitel durch den 
  Sushumna-Kanal entlang der Wirbelsäule wieder zum Steißbein fließen.
- Lass eine Weile den Atem auf und ab zirkulieren. Spüre wie der Sushumna-Kanal  '   
  gereinigt und aktiviert wird.

Bleibe 5-10 Minuten mit dieser Atmung und lasse bewusst die Energie zirkulieren. Energie folgt deiner Aufmerksamkeit.
Mit regelmäßiger Praxis wird dieser Kanal durchlässiger.

 

 

 

Textquelle
Hatha Yoga: Das komplette Buch , Martina Mittag