Yoga und Emotionen

Von klein auf lernen wir, dass gewisse Emotionen nicht erwünscht sind und so lernen wir unseren Gefühlsausdruck zu unterdrücken. Es gibt aber Momente, in denen wir uns traurig oder wütend fühlen. Im Erwachsenenalter tragen wir alle angesammelten Emotionen mit uns mit. Desto mehr unterdrückte Emotionen da sind, desto mehr wird der Druck im alltäglichen Leben. Wir haben nie gelernt mit Gefühlen umzugehen und deshalb haben wir Angst vor diesen Gefühlen. Wenn wir uns weigern das Unangenehme wahrzunehmen und zu fühlen, kann das Angenehme auch nicht voll und ganz gefühlt werden. In dem Moment, in dem wir den Widerstand gegen Emotionen loslassen, erfahren wir, wie sich echte Verbundenheit zu uns selbst anfühlt. Sich Gefühlen hinzugeben führt zur absoluter Freiheit.

Auf dem Weg zu einem lebensbejahenden und lebendig fühlenden Menschen, ist das FÜHLEN können wichtig.

Wenn du in deiner Yoga Praxis Hindernisse, Schwierigkeiten oder Widerstände spürst, z.B. dass sich die Haltung steif, fest und unbeweglich anfühlt, liegt dies nicht immer nur daran, dass du dich nicht genug anstrengst, was falsch machst oder Haltungen nicht richtig ausführst. Es können körperliche Grenzen sein, durch Verhärtungen von Gewebeflächen oder muskuläre Verspannungen, die Bewegungen hemmen, aber auch emotionale Grenzen. Der Körper geht dann in eine Schutzhaltung und reagiert automatisch aus deinem Körpergedächtnis. Unverarbeiteter Schmerz wird in der Muskulatur abgelegt und so bilden sich immer mehr Muskelpanzer. Das Ergebnis ist, dass sich unverarbeitete Emotionen aufstauen und im Körper verfestigen.

Hören, was der Körper dir zeigt
Wenn der Körper ein Ungleichgewicht aufzeigt, z.B. durch Schmerzen ist das Signal, die du nicht übergehen solltest. Mit regelmäẞiger Yoga Praxis entstehen Antworten, Hinweise und ein neues Bewusstsein.

Unser Körper reagiert auf unangenehme Gefühle wie Angst, Wut oder Schmerz mit Anspannung oder Verkrampfung. Meist geschieht automatisch eine Schutzhaltung und wir versuchen unangenehmes wegzudrücken. Dies beginnt meist schon in der Kindheit. Vergangene schlechte Erfahrungen, übernommene Rollen, Unsicherheiten, einprogrammierten Muster, Glaubenssätze, und unverarbeitete Gefühle wirken weiter unbewusst im Inneren. Dadurch reagieren wir auf unsere Mitmenschen oder bestimmte Situationen nach emotionalen Mustern und Überzeugungen.

Bestimmte Yoga Asanas helfen Emotionen zu lösen z.B. Umkehrhaltungen, Rückbeugen und die Arbeit mit dem Becken. Kräftigende Asanas wie Kriegerpositionen stärken das Selbstvertrauen. Herzöffnende Asanas unterstützen eine Verbindung zu den eigenen Gefühlen. In Shavasanasa kann ein Loslassen geschehen. Eine emotionale Lösung (Zeichen des Lösens) zeigt sich im Körper: durch zittern, aufsteigen von Wut oder Tränen auch manchmal nach dem Yoga Unterricht. Aufsteigende Hitze oder das Gefühl aus der Yoga Haltung herausgehen zu wollen. Aufgestaute Energie löst sich und kann fließen.

Die Grundlagen der Yogaphilosophie bauen auf grundlegende Werte wie: Ahimsa und Satya auf. Ahimsa -Gewaltlosigkeit. Ahimsa ist auch ein anderes Wort für Wahrheit und Liebe. Selbstliebe lernen und praktizieren. Satya bedeutet Wahrhaftigkeit . Dazu gehören die Gefühle zuzulassen und Ängste anzunehmen, was zu Befreiung, Selbstvertrauen und Entfaltung führt. Viele emotionale Verletzungen, besonders die, die nicht mehr bewusst sind und verdrängt wurden, wirken hemmend und hindern daran, dass zu erhalten, was wir uns sehnlichst im Leben wünschen.

Erst wenn du dich immer mehr annimmst und immer wieder ein JA zu dir sagst, entsteht die Basis für Freude und Lebendigkeit.

Meditieren mit etwas Geduld und Training unterstützt die eigenen Gefühle anzunehmen, sie als weniger belastend zu empfinden und mit mehr Abstand zu betrachten. Regelmäßige Meditation führt zu mehr Gelassenheit im Umgang mit äußeren Einflüssen.

Tiefes Atmen 
Tiefes Atmen kann Emotionen und Ängste positiv verändern, da das tiefe Atmen sich auf die Gehirnfunktionen auswirkt. Durch Atemübungen wird das Denken klarer, Situationen können neutraler beurteilt werden und Disharmonien gleichen sich aus. 

Energie will in Bewegung bleiben.

Sei eingeladen zu fühlen, zu atmen und loszulassen.