Ujjayi Atmung
Ujjayi Atmung wird die siegreiche Atmung genannt und soll den Atemstrom vom alltäglichen rauen und unregelmäßigem Atmen in ruhiges, langsames, ausgedehntes Atmen wandeln.

 

Beim Erlernen der siegreichen Atmung fällt vielen Schülern oft schwer, den damit verbundenen charakteristischen Ton richtig hervorzubringen. Die Reibung der Luft in den Stimmritzen erzeugt den Ujjayi Ton und wärmt die Atemluft auf, bevor sie in die Lungen tritt.

Ausdehnung und Verlangsamung der Atmung
Ujjayi bedeutet im weiteren Sinne Ausdehnung (in-die-länge-ziehen in der Ein- und Ausatmung) bzw. Verlangsamung der Atmung. Durch die Verengung der Stimmritze wird ein Atemgeräusch erzeugt, dass im Kehlkopf stattfindet. Dort ist auch der Sitz des 5. Chakras, der Ort von dem aus du dich ausdrückst. Ujjayi-Atmung kann dich unterstützen mehr Lebendigkeit in deine Stimmbänder zu bringen.

 

Der sanfte und durchgängige Laut der Ujjayi-Atmung hilft den Atemstrom zu regulieren und in einen gleichmäßigen Atemfluss zu bringen. Die meisten Menschen haben eine unterschiedlich lange Ein- und Ausatmung, daher ist es hilfreich, anfangs mitzuzählen. Der Atem strömt etwa vier bis fünf Takte in dich hinein und fließt vier bis fünf Takte aus dir heraus.

 

Um ein freies Atmen zu erreichen, sollten die Stimmritze während des Ausatmens offen bleiben, damit die Luft nicht angehalten wird und der Energiefluss frei fließt, zudem wird der Atem über die Rückseite des Rachens gezogen, sodass der Luftfluss erhöht wird und von den Muskeln, die die Stimmritze umgeben reguliert wird. Um die Ujjayi-Atmung zu erlernen ist eine ständige Kontrolle der Stimmritze wichtig. Anfangs wird die Ujjayi-Atmung beim Ausatmen leichter sein. Es braucht ein wenig Übung auch beim Einatmen die Ujjayi-Atmung richtig einzusetzen.

Während der Atmung erzeugst du einen sanften Laut in der Kehle, der stetig und gleichmäßig sein soll, sodass der Ton des Einatmens dieselben Qualitäten wie der Ton des Ausatmens hat. So unterstützt dich die Ujjayi-Atmung mühelos in allen Übergängen von Asana zu Asana. Die Ujjayi-Atmung hilft dir auch präsent, wachsam und im Fühlen zu bleiben, da der Ton leise ist und die Schwingungen des Atems aufs feinste wahrgenommen werden können. Dies unterstützt dich zur Entfaltung des inneren Hörens, der Verfeinerung des Fühlens, der bewussten Atembeobachtung und des Atemlauschens. (Pratyahara - Rückzug der Sinne) und Konzentration (Dharana).

Ujjayi-Atmung als Feedback
- ein zu stark gepresster Ton zeigt z.B. eine körperliche Überforderung in den Asanas
- Ein- und Ausatmung haben Ungleichgewichte z.B. durch geistiges abschweifen, zu sehr konzentrieren, emotional aus der Mitte sein oder einfach nur zu viel machen, dies verändert den Atem.

 

Wirkungen der Ujjayi-Atmung
- erwärmt den Körper von innen
- verfeinert den Atem
- kräftigt das Zwerchfell
- vertieft die Atmung
- verbessert die Reinigung der Atemwege und Durchblutung im Kehlraum
- stärkt das Nervensystem
- befreit von zu viel Schleim im Körper, da die Ujjayi-Atmung den Körper erwärmt und zu viel Schleim austrocknet.